Philosophie:

In der Barhufbearbeitung gibt es unterschiedliche Philosophien und Bearbeitungsarten.

Ich arbeite nach den Grundsätzen von Natural Hoof Care.

Diese Methode orientiert sich an dem Vorbild von wild lebenden Pferden. Der dort vorkommende Abrieb und die Selbstregulierungsmechanismen werden auf die domestizierten Artgenossen angepasst und übertragen.

Ein Bild vom "idealen Huf" werden Sie hier demnach vergeblich suchen, denn Pferde sind Individuen, und so sieht der individuell ideale Huf bei jedem Pferd anders aus.

Dabei liegt mein Hauptaugenmerk darauf, dass das Pferd frei und schwungvoll laufen kann. Denn nur so ist sichergestellt, dass das Pferd genug Bewegung bekommt, was sehr wichtig für eine gute Entwicklung der Hufe ist und worüber sich jeder Reiter freut.

Meine Art der Hufpflege ist zudem sehr minimalistisch. So imitiere ich praktisch lediglich den Abrieb, den der Huf bei einem wild lebenden Pferd bekommen würde.

Stellungskorrekturen werden nicht aktiv vorgenommen, so dass der Bewegungsapparat des Pferdes Zeit hat, sich auf die neuen, gesünderen Hufe einzustellen.

In die Hufbearbeitung fließen die Haltungs- und Arbeitsbedingungen des Pferdes mit ein, wie die Vorgeschichte, Alter, Untergründe, mit denen das Pferd in Berührung kommt, Nutzungsintensität und Allgemeinzustand. So werden die Hufe ganzheitlich betrachtet.

Das Ziel sind gesunde, leistungsfähige Hufe, welche den Anforderungen die an sie gestellt werden gewachsen sind, im wahrsten Sinne des Wortes.

Indikationen:
  • Weghebelnde und brüchige Wände
  • Fehlstellungen
  • Zwanghufe
  • Hufrollenerkrankung
  • Hufrehe
  • Fühligkeit
  • Arthrose
  • Spat
  • Schale
  • uvm.
Vorgehensweise:

1. Beurteilung des Pferdes in der Bewegung und im Stand

Hierbei stelle ich eventuelle Lahmheiten, Fehlstellungen etc. fest. Auch beurteile ich das Gangbild danach, wie frei und schwungvoll das Pferd läuft, denn nur bei einem kor-rekten Gangbild ist die optimale Funktion der Hufe und des Bewegungsapparates gewährleistet.

2. Beurteilung der Hufsituation

Bei der genauen Betrachtung der Hufe stelle ich dann fest, "wo der Schuh drückt". Hier ist das Gespräch mit dem Be-sitzer sehr wichtig, denn er weiß, wo das Pferd empfindlich ist, wie es auf welchen Böden läuft und er kennt in der Regel die Vorgeschichte.

3. Bearbeitung der Hufe

Dann erst folgt die eigentliche Bearbeitung. Hierbei gehe ich sehr behutsam vor. Gerade bei Fehlstellungen und Er-krankungen wäre es sehr belastend für den Bewegungs-apparat, wenn der Huf plötzlich in eine vermeintlich ideale Form geschnitzt würde. Die möglichen Folgen von plötz-lichen Stellungskorrekturen sind Lahmheiten und Überlas-tung der Sehnen und Gelenke.
Dadurch, dass ich normalerweise lediglich den Abrieb, wie er bei wild lebenden Pferden vorkommt, imitiere, ermögli-che ich dem Huf, in seine ideale Form zu wachsen. Das hat den Vorteil, dass der Huf nicht von aussen korrekt "designed" wurde, sondern von innen heraus korrekt wachsen kann..
Diese bei uns noch recht unbekannte Art der Hufbearbeitung heißt "Natural Hoofcare".

(Anpassen von Hufschuhen)

Manchmal ist es nötig, dass das Pferd vorübergehend mit Hufschuhen laufen sollte, weil die Hufe einfach noch nicht den Anforderungen des barfußlaufens gewachsen sind. Mehr dazu erfahren Sie unter „Hufschutz“)

4. Abschließende Beurteilung
Nun wird das Pferd erneut im Stand und in der Bewegung beurteilt.
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